Montag, 9. Dezember 2019


4. Adventsonntag

22. 12. 2019

Mt 1, 18-24
18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
22Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:
23Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
24Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte und nahm seine Frau zu sich.

Gedanken zum Evangelium

Wie bei allen Texten der Bibel gilt es auch heute nach dem theologischen Kern, nach der religiösen Aussage des Berichtes zu fragen. Die Erzählung will Wesentliches über Jesus aussagen. Man muss dabei bedenken, dass die Berichte von Menschen stammen, die an Jesus Christus glaubten, die ihn also für einen Propheten, ja sogar für den Mensch gewordenen Gottessohn hielten.
Wie in allen biblischen Berichten über Empfängnis, Geburt oder Kindheit Jesu wird immer eines hervorgehoben: Dieser Jesus ist nicht nach rein weltlichen Maßstäben zu beurteilen. Er hat seinen Ursprung nicht den Zufällen dieser Welt oder menschlicher Planung zu verdanken, er ist vielmehr ein außerordentliches Geschenk Gottes an die Menschen. Seine Bedeutung übersteigt menschliches Denken und Planen.
Eine weitere Aussage ergibt sich aus dem Namen Jesus. Er bedeutet: „Jahwe Retter“ oder Gott rettet. Der gläubige Evangelist will seinen Christen diese Frohbotschaft vor Augen stellen und sie überzeugen, dass sie durch Jesus Christus aus allen Tiefen des jetzigen Lebens befreit werden, aus ihrer Sündhaftigkeit, ihren Ängsten, Bedrohungen, Krankheiten und selbst aus dem Tod.
Er ist der „Immanuel“, der „Gott mit uns“, wie sich ähnlich Gott auch schon im
Mose-Bericht des Alten Bundes genant hat.  Er ist nicht der ferne Gott. Er ist der Gott, der für uns da ist, mit uns lebt und so alle rettet, die sich ihm gläubig zuwenden.
Die Umrahmung der wesentlichen Aussagen des heutigen Evangeliums deutet auch auf die jungfräuliche Empfängnis Jesu hin, die offenbar schon in den ersten Jahrzehnten nach dem Tod und nach der Auferstehung Jesu in den christlichen Urgemeinden Glaubensgut war.
Für den Christen unserer Tage kann das Evangelium im Advent Anstoß sein, seine hohe Berufung in die Gemeinschaft mit diesem Jesus neu zu bewerten, seinen Glauben an diesen Jesus zu erneuern und sich zu einem kraftvollen und entschiedenen christlichen Leben zu entschließen.
Dies wäre eine der Adventzeit entsprechende Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und die Grundlage echter Weihnachtsfreude. Kerzen, Lichterglanz, Geschenke und gute Wünsche deuten dann hin auf die innere Freude der Glaubenden, die in der Mensch gewordenen Liebe Gottes begründet ist (merli@utanet.at).

Röm 1, 1-7
1Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
2das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
3das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids,
4der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
5Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen;
6zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
7An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Gedanken zum Sonntag

Im Evangelienbericht wird kundgetan, dass Jesus von Nazaret eine unübertreffliche Heilsgabe Gottes ist.

Heute können wir die Worte der Lesung aus dem Römerbrief bedenken. Da ist die Rede von den von Gott geliebten, von den berufenen Heiligen, vom Frieden durch Gott.

„An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

Seit mehr als einem Monat erklingen überall Weihnachtsmelodien. Christbäume leuchten aus den Schaufenstern, schwitzende Weihnachtsmänner schleppen Geschenksäcke, Menschenmassen drängen mit gehetzter Miene durch Geschäfte. Trifft man Bekannte, wird hastig ein frohes Fest gewünscht. Weihnachtsgaben werden gekauft, übergeben, verschickt, E-Mails und Grußkarten versandt. Alles in der stillen Adventzeit, der heiligen Zeit der Besinnung, der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.
Es gibt aber auch Menschen, die sich von der allgemeinen Hektik nicht irritieren lassen. Sie nehmen sich Zeit, beten mehr als sonst, feiern die Adventgottesdienste mit, werden nicht angesteckt vom vorweihnachtlichen Getriebe. Sie besuchen  Alleinstehende und Kranke, wählen in Ruhe einfache Geschenke aus, schreiben ehrlich gemeinte Wünsche, trachten nach Versöhnung, bereiten Freude und bemühen sich um eine gute Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung Gottes. Diese Menschen orientieren sich am Wort Gottes in der Bibel.

Voraussetzungen für echte Weihnachtsfreude:

Ich kann sicher sein, dass ich von Gott geliebt bin. Der, auf den es letztlich ankommt, hält zu mir, er verlässt mich nicht, er begleitet mein Leben, er steht auf meiner Seite, er rettet mich, er ist der Immanuel – Gott mit uns.

Es ist die Rede vom Frieden, den Gott den Seinen schenkt. Es geht um einen inneren Frieden, um die gelassene Ruhe, um den Frieden mit Gott und mit den Menschen. Diesen Frieden, diese Geborgenheit und innere Ruhe könnten wir bei den Festfeiern in unserer kirchlichen Gemeinschaft suchen und finden. Wer in dieser Gemeinschaft Gottes lebt, soll Freude, Hoffnung und Frieden erfahren, aber auch weitergeben.

Diesen Frieden sollen wir im Advent und zum Weihnachtsfest in unserer Gemeinschaft aufbauen:
Christen beten für ihre Mitmenschen, auch für die, die ihnen nicht wohlgesinnt waren. Sie sind bereit, über ihre wirklichen oder auch nur vermeintlichen Gegner nichts Böses weiterzusagen. Sie suchen die Korrektur ihres Lebens auch in der Gemeinschaft und mit Gott. Treue beim Gottesdienst, Weihnachtsbeichte und Kommunion sind Fixpunkte im richtig genützten Advent. Christen überprüfen bei einer gründlichen Beichtvorbereitung ihr Gewissen. Es geht um Grundhaltungen und dann erst um einzelne Sünden: Grundhaltung der Ehrfurcht vor Gott, der Dankbarkeit, der Treue; es geht um die Grundhaltung des Respekts vor den Menschen und um die Bereitschaft, das menschliche Leben zu schützen, um die Grundhaltung der Treue in der Ehe, um die Wahrhaftigkeit und um die Verlässlichkeit im täglichen Leben.
Es geht letztlich immer um die Grundhaltung der Liebe, die vielfach verletzt werden kann und verletzt worden ist. Die Fehlentwicklungen könnten wir bei einer guten Weihnachtsbeichte vorbringen und, durch die Begegnung mit Christus im Sakrament gestärkt, unsere Grundhaltungen erneuern.

Wir feiern Weihnachten als Christen, denen es in erster Linie nicht um die Geschenke und das gute Essen oder um einige Urlaubstage mit ausgelassener Stimmung geht. Christen wollen die Liebe ihres Gottes feiern, der gekommen ist, sie zu retten und ihnen so den Sinn ihres Lebens zu erschließen. (merli@utanet.at)

Montag, 2. Dezember 2019


3. Adventsonntag

15. 12. 2019

Mt 11, 2- 11
In jener Zeit
2hörte Johannes im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm
3und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?
4Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:
5Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet.
6Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
7Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?
8Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige.
9Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten.
10Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
11Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der kleinste im Himmelreich ist größer als er.

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!
Noch einmal sage ich: Freut euch!
Denn der Herr ist nahe.“
(Phil 4,4-5b)

1. Lesung Jes 35, 1-6a.10

Grund zur Freude: Gottes Kommen

Man wird die Herrlichkeit des Herrn schauen. Gottes Gegenwart bringt Freude. Gemeinschaft mit Gott lässt das Herz jubeln. Freude liegt über dem Leben derer, die Gottes Nähe suchen und finden. Probieren wir es einfach aus!
Den Verzagten soll Mut gemacht werden, den Kranken, den Verachteten, den Verlassenen, den Sterbenden usw. – Hoffnung, Aufbruch, Freude am Leben und am Glauben sollen bei den Christen zu finden sein. Ihr Beispiel ist gefragt.
Er wird alle erretten. Wer immer sich verloren fühlt, kann aufatmen. Öffnen wir die Augen und die Ohren für diese frohe Botschaft! Gehen wir entschlossen den Weg des Glaubens an unsere Rettung durch Gott!

2. Lesung Jak 5, 7-10

Christen leben in der Erwartung, Jesus zu begegnen. Diese Begegnungen erfordern Ausdauer, Geduld und Festigkeit.

Begegnung im Gebet. Christus kommt immer zu den Betenden. Treue im Gebet soll fester Bestand unseres religiösen Lebens werden. Begegnung in der Eucharistie und in den Sakramenten ist an Wichtigkeit durch nichts zu überbieten. Es soll keine Schlamperei einreißen. Wir sind eingeladen, neu zu beginnen.
Begegnung im Sterben und im neuen Leben. Wir können und sollen so leben, dass diese Begegnung eine frohe sein kann. Vor Jesus Christus und nicht nur vor den Menschen soll unser Leben Wert haben und bestehen können.
Das Kommen des Herrn am Ende der Zeit. Die Christen leben in den Bedrohungen des Weltgeschehens gelassen und voller Hoffnung als solche, die auf ihren Herrn warten und wissen: er wird kommen und alles neu machen. Die Frage steht vor uns allen: Kann man diese Zuversicht in meinem täglichen Leben bemerken?

Gedanken zum Evangelium

Warum befindet sich Johannes im Gefängnis? Er verkündete auch unter Lebensgefahr die Gebote Gottes. Er ließ sich nicht einschüchtern. Er ist kein Schilfrohr, das im Wind hin und her schwankt. Frage im Advent: Wie bekennen wir unseren Glauben und unsere christliche Überzeugung?
Johannes sorgt sich auch unter schwierigen Umständen, vielleicht sogar enttäuscht, um das Reich Gottes, das kommen soll. Er sagt nicht: Das geht mich jetzt nichts mehr an. – Er ist ein Beispiel für Mitarbeiter in der Kirche und in der Pfarre auch in schwierigen Zeiten.
Johannes ist der größte Prophet. Die Berufung zur Gemeinschaft der Christen ist jedoch weitaus bedeutender. Sie bringt Heilung und Hoffnung durch den, der gekommen ist, alle endgültig zu retten. Eine neue Zeit des Heils beginnt mit Jesus Christus.

Die heutigen Texte und Adventgedanken können und sollen die Freude der Christen im Advent neu aufleben lassen (merli@utanet.at).

Montag, 25. November 2019


2. Adventsonntag

8. 12. 2019

Mt 3, 1-12
1In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa:
2Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
3Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
4Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.
5Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus;
6sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
7Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?
8Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt,
9und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen.
10Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
11Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
12Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

Gedanken zum Evangelium

Thema: Kehrt um!

„Alles, was geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.“
(Aus Röm. 15, 4-9)

Jeder wird mit den Worten der Hl. Schrift durch Gottes Geist angesprochen. Er muss nur hinhören und sich in Ehrfurcht fragen, was will mir Gott sagen? Dazu ist demütige Bereitschaft erforderlich. Umkehr setzt die grundsätzliche Überzeugung voraus, dass Erneuerung immer, besonders in heiligen Zeiten, notwendig ist. Neue Wege zu beschreiten ist für Erwachsene ein Leben lang erforderlich, möglich und nützlich.

„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ - Umkehr im persönlichen Leben verlangt eine ehrliche Gewissenserforschung.
Folgende Bereiche könnten überprüft werden: Wie schaut es aus mit Nörgeln, Besserwissen, Verachtung und Niedermachen anderer? Wie steht es mit kleinen und großen Lügen, mit Verdrehungen, um besser dazustehen, wie um persönlichen Geiz und Neid? Gibt es die Neigung, nur über sich selbst zu reden, gar nicht auf andere hinzuhören, immer gescheiter sein und Recht haben zu wollen usw.?
Neben dieser Erforschung nach dem Negativen gäbe es die noch viel wichtigere Frage nach dem Guten, das wir bewirken sollten, und vor allem nach den Gedanken und Taten der Liebe im Alltag.

Umkehr in den Beziehungen zu den Menschen
Man kann einen neuen Anfang machen, das Zusammenleben erneuern, um bis zum Weihnachtsfest Freude und Geborgenheit aufzubauen und unsere Mitmenschen glücklicher zu machen. Dazu gehört Umkehr im Alltäglichen: bei Gewohnheiten, die den anderen auf die Nerven gehen, beim Sich-gehen-Lassen, bei fehlender  Zusammenarbeit im Hauhalt oder bei schlampiger Unordnung, Unpünktlichkeit,  mangelnder Körperpflege usw. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Umkehrbereitschaft in der Liebe zum Ehepartner ein. Dies kann Einbekennen von Fehlern und Vergebung alter Schuld bedeuten oder verständnisvolles Schenken von Trost und Geborgenheit.

Umkehr zu Gott
Dies setzt ein Umdenken voraus und bedeutet, sich in seinem Denken und Handeln dem in mir gegenwärtigen Gott zuzuwenden, Gottes Wege ganz bewusst neu zu beschreiten und sich täglich zu fragen: Habe ich auf dich gehört, an dich gedacht, mit dir geredet? Das Umdenken erstreckt sich auch auf das Ernstnehmen des Gottesdienstes. Dieses beinhaltet Treue, Pünktlichkeit, aufmerksames Mitfeiern, Mitsingen oder Übernehmen von Aufgaben bei der liturgischen Feier. Vielleicht bedarf es auch der Entscheidung, sich vor den Menschen zu Gott, zum Glauben, zur Kirche zu bekennen. Der Adventruf zur Umkehr kann sich auch beziehen auf das Gebet in der Familie, auf eine Weihnachtsbeichte, auf den Entschluss zum häufigeren Empfang der heiligen Kommunion, auf die Bereitschaft, über Fragen des Glaubens zu diskutieren usw. Vieles kann der Christ bedenken, um zu Gott hin umzukehren.

Vor uns steht der Anruf: Hören wir im Advent auf Gottes Wort! Erneuern wir unsere Bereitschaft zur Umkehr in vielen Bereichen! Nur wer im Advent sein Leben erneuern will, kann Weihnachtsfreude erleben. Sonst schmecken die Weihnachtswünsche, die Weihnachtslieder, selbst das Weihnachtsessen schal und bitter. Ohne innere Erneuerung  wird mit großem Tamtam nur Wasser gekocht und so getan, als wäre es eine kostbare Festspeise. Uns allen wünsche ich einen Advent, in dem der Ruf „Kehrt um!“ gerne gehört wird, und der Ergebnisse im täglichen Leben zeitigt. (merli@utanet.at)

*

Fest der Erwählung Mariens

Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

8. Dez.

Lk 1, 26-38
26Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
31Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
36Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
37Denn für Gott ist nichts unmöglich.
38Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel

Gedanken zum Evangelium

Viele nützen den Feiertag, um einzukaufen, einen Kurzurlaub zu machen oder Arbeiten nachzugehen, die noch vor Weihnachten erledigt werden müssen. Viele tun dies, ohne den Gottesdienst zu besuchen.
Andere nehmen Mariens großen Festtag ernst und feiern wie es katholischer Norm entspricht die heilige Messe mit, um danach erst Notwendiges oder Erfreuliches zu erledigen.
Es erhebt sich die Frage: Wer hat den besseren Teil erwählt, wer ist besser dran jetzt oder am Ende seines Lebens?
Ich denke, die Antwort ist aus mehreren Gründen einsichtig: Wer das Fest der Gottesmutter Maria jedes Jahr feierlich und religiös begeht, lernt einen guten Lebensweg zu gehen. Wir können einiges dazu bedenken:

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn.“
Wer Maria feiert, lernt von ihr, worauf es im Leben und im Sterben ankommt: Entscheidend ist die Bereitschaft, den Willen Gottes anzunehmen und zu erfüllen. Mariens Beispiel ist Wegweisung, die zu Jesus Christus führt und zur Vollendung bei ihm..

„Sei gegrüßt, du Begnadete.“
An diesem Fest sehen wir, wie Gott den Menschen will, wie jeder Mensch vor Gott leben sollte: Maria ist die „Reine“, die vom Anfang ihres Werdens an schon frei war von jeder Verquickung mit der Sünde. Sie stand nie unter der Herrschaft des Teufels. Sie musste nicht erst getauft werden, um aus dieser Verstrickung befreit zu sein.
Wer dies bedenkt, wird ermutigt, auch selbst gegen die Sünde jeder Art zu kämpfen. Er wird gegen die gängige Meinung immun: Du kannst machen, was dir gefällt, es ist alles erlaubt und in Ordnung. Ein Mensch, der auf Maria schaut, erforscht vor Gott sein Gewissen und lässt sich nicht täuschen von denen, die leben, als gäbe es weder Gott, noch seine Gebote und Normen, noch eine Berufung zu einem heiligen Leben.

Das Fest als Hilfe und Trost
Wer dieses Fest mitfeiert, dem wird jedes Mal klar: Ich habe eine Schwesster oder eine Mutter, die meine Lebenslasten kennt und mitträgt, die mir zur Seite steht, die ich anrufen kann, die meine Fürsprecherin ist. Ein solcher Christ trägt wie alle mühsam seine Lebenslasten, aber er weiß sich dennoch unter dem Schutz Mariens sicherer. Er fühlt sich geliebt und begleitet, auch wenn er von Menschen verlassen wird, einen lieben Menschen verliert oder selbst in die Angst vor Krankheit und Tod gerät. Er kennt das tröstende Gebet und vertraut sich damit dem Beistand Mariens an: „Bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Es ist gut, dieses Fest zu feiern. Wir sind wahrhaftig besser dran, als diejenigen, die sich um dieses Fest nicht kümmern. Wir sind schon jetzt besser dran und vor allem auch besser dran am Ende unseres Lebens. (merli@utanet.at)

Montag, 18. November 2019


1. Adventsonntag

1. 12. 2019

Gedanken zum Sonntag

Advent, eine heilige Zeit der Besinnung, der Erneuerung, der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und letztlich der Vorbereitung auf das Kommen Jesu am Ende des Lebens und am Ende der Welt. Auf dieses letzte Ende unserer Erdentage sollten wir uns ein Leben lang vorbereiten, besonders Jahr für Jahr zu den heiligen Zeiten. Advent ist eine immens wichtige Zeit für uns Christen, die ihre Beziehung zu Gott ernst nehmen. Unser Blick auf das Wort Gottes könnte zu Überlegungen anregen:

Erste Lesung: Jesaja 2, 1-5

„Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen.“.... „Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.“
Adventlich leben kann bedeuten: Hinhören auf Gottes Wegweisung, Besinnung halten, das Gewissen prüfen. Fragen an unser Gewissen können uns gute Wege aufzeigen: Wie lebe ich vor Gott? Wofür verwende ich meine Zeit? Was interessiert mich? Was ist bei meinem Tun und Lassen auf lange Sicht gesehen wertvoll, was ist von geringem Wert? Welche Wege führen mich zu Gott? Eine solche Gewissenserforschung könnte zur Advent- oder Weihnachtsbeichte führen.

Zweite Lesung: Römerbrief 13, 11-14a

„Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an.“
Wieder werden wir aufgefordert, an Jesus Maß zu nehmen. Es erhebt sich die Frage, warum wir Christen heißen. Die Antwort: Unsere Berufung und unser Lebensziel ist, Christus ähnlich zu werden in unseren Gesinnungen, in der Beziehung zu Gott und zu den Menschen. Nicht oberflächliche Selbstverwirklichung soll im Mittelpunkt unseres Strebens stehen, sondern Christusverwirklichung.

Evangelium: Mt 24, 29-44
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
29Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
30Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen, und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.
31Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden, und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern.
32Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.
33Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr das alles seht, dass das Ende vor der Tür steht.
34Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.
35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
36Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
37Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.
38Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
39und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.
40Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
41Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
42Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
43Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
44Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Gedanken zum Evangelium

„Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“ „Darum haltet auch ihr euch bereit.“
Auch Christen sind in der jetzigen Welt verwurzelt, sie sollten aber stets das Endziel im Auge behalten. Von bleibender Bedeutung ist nur, was Ewigkeitswert hat. Christliche Hoffnung könnte im Advent neu aufleben. Sie darf sich nicht im Erreichen diesseitiger Ziele erschöpfen. Die Dimension unseres Lebens geht weit darüber hinaus und mündet in die beseligende Begegnung mit dem auferstandenen Jesus Christus und in unsere letzte Vollendung. Wir haben immer „Bereitschaftsdienst“.

Der Advent kann zum Aufruf werden: Es gilt, die Zeit zu nützen, um das Leben aus dem Glauben zu erneuern. Darin ist die kommende Weihnachtsfreude begründet. Christen fassen Adventvorsätze. Diese könnten sich auf das tägliche Gebet, die Treue beim Sonntagsgottesdienst, die Teilnahme an Adventandachten beziehen; sie könnten auch Adventabende in der Familie, Mitfeier von Roratemessen, stille Besinnung, Lesen wertvoller Literatur und besonders auch neue Wege der Nächstenliebe zum Inhalt haben. (merli@utanet.at)

Dienstag, 12. November 2019


34. Sonntag im Jahreskreis 

24. 11. 2019

Christkönigsfest
Lk 23, 35b-43
In jener Zeit
35verlachten die führenden Männer des Volkes ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
36Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig
37und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
38Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
39Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
40Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
41Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
43Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Gedanken zum Evangelium

Noch sind den Älteren unter uns die Zeiten in Erinnerung, wo Jugendliche mit ihrer Fahne zum Christkönigsgottesdienst in die Kirche eingezogen sind. Man sang begeistert: „Christus, mein König, dir allein schwör ich die Liebe, stark und rein, bis in den Tod die Treue.“ Sie versprachen bei ihrer Aufnahme in die Katholische Jugend vor der Gemeinde, Christus die Treue zu halten. Einige haben sich auch später in einer veränderten Welt um diese Treue bemüht, viele haben sie zeitweise vergessen.
Es ist seltsam, dass zum Christkönigsfest gerade ein Evangelium der Niederlage Jesu gelesen wird. Die grausamste Todesstrafe, die Schwerverbrecher und Rebellen erleiden mussten, ist ja nicht gerade ein strahlendes Zeichen von Königswürde. Dennoch kommt im geschilderten Geschehen etwas von dem zum Ausdruck, was Jesu Königtum ausmacht.

Die dreifache Verspottung
Die „führenden Männer“, die Soldaten und der Schwerverbrecher würden ihn als Mann Gottes anerkennen, wenn er sich aus seiner Lage befreien könnte. Leiden und Königswürde sind in ihren Augen nicht vereinbar. Sie wissen nichts von der Macht dessen, der sich in den Willen Gottes hinein begibt und sein Lebensschicksal und Todeslos gehorsam aus dessen Hand annimmt. Sie begreifen nicht, dass es um eine Rettungstat geht, die an Stelle aller und für alle geleistet wird. Die Macht der Liebe, die letztlich jede Herrschaft trägt, ist ihnen unbekannt.
Im Leiden und Sterben Jesu ist die größte Macht der Liebe, ja Gott selbst gegenwärtig und wirkt tausendfach mehr als es das Entfliehen aus der Not bewirken könnte. „Hilf dir selbst und hilf auch uns“ ist alles, was diesseitig erwartet wird. Dass es auch eine Rettung über den Tod hinaus gibt, erkennt der andere Verbrecher.

„Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Auch im äußersten Leid und selbst im Tod ist der Mensch, auch der Sünder, nicht alleingelassen. Wer sich vertrauensvoll an Jesus wendet, kann immer die Verheißung des Paradieses vernehmen. Er versinkt nie in letzter Finsternis. Er sieht das Licht der Hoffnung über seinem Leben leuchten. Das Gebet sollte eingeübt werden: „In deine Hände, Herr, lege ich mein Leben.“

Wenn auch die begeisterten Scharen nicht mehr mit ihren Fahnen in die Kirche ziehen, unsere Zuversicht ist dennoch Jesus Christus allein. Wir kennen die Heilkraft seiner Liebe, die in seinem Tod und seiner Auferstehung für alle endgültig zum Heil wird, und lassen uns auch heute für diese Liebe begeistern. Der Schwur des Christkönigsliedes ist kein Meineid, sondern der vertrauensvolle Vorsatz, in Liebe und Treue zu Christus dem König zu stehen. (merli@utanet.at)

Montag, 4. November 2019


33. Sonntag im Jahreskreis

17. 11. 2019
Lk 21, 5-19
In jener Zeit
5als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus:
6Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.
7Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?
8Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach!
9Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
10Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere.
11Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
12Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen.
13Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
14Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
15denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.
16Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten.
17Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.
18Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
19Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.
Gedanken zum Evangelium

Der heutige Bericht ist von der Situation der Christen um das Jahr 80 n. Chr. geprägt. Wie zu allen Zeiten gab es Auseinandersetzungen, Kriege, Katastrophen und Verfolgungen. Die Christen werteten dies alles als Anzeichen vom Ende der jetzigen Zeit und der bevorstehenden Wiederkunft Christi. Lukas fasst die Andeutungen und Worte Jesu über das Ende alles Vergänglichen in dieser Welt im heutigen Evangelium zusammen.

„Alles wird niedergerissen werden.“
Die Juden waren stolz auf den gewaltigen Tempelbau, dessen Reste noch heute zu sehen sind. Im Jahre 70 wurde er vom römischen Feldherrn Titus zerstört, und es blieben nur Ruinen. Darin könnte man eine Warnung erblicken, in der Religion nicht auf Menschenwerk zu bauen. Kirchenstaat, Dome, Machtpositionen, Würden und Bedeutungen machen nicht das Wesen des Christentums aus. Bleibend sind die Verheißungen Jesu, die Hoffnung auf sein Kommen und auf die Rettung durch ihn.

„Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt!“
Falsche Propheten sind so zahlreich wie nie am Werk. Die einen verheißen Selbstverwirklichung, andere bieten neue Lebenshilfen an, wieder andere locken mit Wohlstand. Es gibt die Reklame für ewige Jugend, für Lebenslust ohne Plagen; todsichere Tipps für Mehrung von Geld und Vermögen werden werbewirksam verkündet. Das endgültige Gesundheitsparadies scheint in Reichweite, das Schlaraffenland steht vor der Tür. So manche Sonnenscheinreligion, die ein Leben  ohne Angst und Anstrengung verheißt,  liegt auf dem Verkaufstisch.
Das Evangelium warnt auch uns Wohlstandschristen vor Verführern aller Art: „Lauft ihnen nicht nach!“

„Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.“
Zu allen Zeiten gab es für Menschen, die ihre Hoffnung auf Christus setzen, Ablehnung, Ausgrenzung oder sogar Verfolgung. Wenn momentan bei uns davon gar nichts zu spüren ist, keimt der Verdacht, es habe sich ein schäfchenweiches Christentum ohne Substanz und Kraft breit gemacht.
Christen können in einer grundsatz- und ehrfurchtslosen Gesellschaft, die sich restloser Diesseitigkeit verschrieben hat, nicht auf Dauer ihrem Glauben getreu leben ohne anzuecken. Das Zeugnis der Ehrfurcht vor Gott, der Treue zum Evangelium und der Liebe zu den Armen, Kranken und Benachteiligten muss auffallen, andernfalls besteht es nur aus Kompromissen mit der „Welt“.

„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“
Die Verheißung des wahren Lebens, der endgültigen Rettung, der Heimholung zu Gott, der letzten Vollendung ist und bleibt die Hoffnung der Christen. Sie verlassen sich dabei auf das Versprechen Jesu und leben in der Gewissheit, dass es die beglückende Heimat bei Gott gibt und dass sie aus der Vergänglichkeit zur dauernden Glückseligkeit gerufen werden.

Wir sehen, wie auch bedrohliche Szenarien in der Heiligen Schrift gegen Ende des Kirchejahres letztlich Hoffnungsbotschaften sind und Gelassenheit und Freude vermitteln. (merli@utanet.at)