Montag, 2. Januar 2017



2. Sonntag im Jahreskreis

15. 1. 2017

2. Lesung : 1 Kor 1, 1-3
1Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes
2an die Kirche Gottes, die in Korinth ist, - an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen, bei ihnen und bei uns.
3Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Gedanken zur Lesung

Paulus wünscht den „Heiligen, ... die den Namen Jesu überall anrufen, Gnade und Frieden.“

Gnade bedeutet Leben und Kraft von Gott.
Begnadete erhalten Anteil am Leben des Dreifaltigen Gottes, das uns durch Jesus ermöglicht wird und das wir in der Gemeinschaft mit Jesus in der Eucharistie und durch die Sakramente empfangen. Begnadete sind geprägt durch göttliches Leben, sind ergriffen vom göttlichen Geist. Von Maria wird gesagt, sie sei „voll der Gnade“. In ihr gab es kein Hindernis für dieses Leben Gottes. Dies ist das kostbarste Geschenk, die höchste Gabe, die Menschen empfangen können. Nichts ist wertvoller.
Daher bemüht sich der Christ, der durch Jesus Berufene und Geheiligte, mit aller Kraft um diese Gabe. Nichts zieht er diesem Bemühen vor. In dieser Lebensgemeinschaft mit Gott ist auch jene Kraft enthalten, die den Glauben trägt und den Christen befähigt, sich um des Glaubens willen zu überwinden. Gnade also ist Leben und Kraft Gottes in uns.

Friede von Gott und dem Herrn Jesus Christus wünscht Paulus seinen Christen.
Es gibt unzufriedene Menschen. Sie können sich selbst nicht leiden, sind immer mürrisch und friedlos.
Christen sollten ihr Lebensschicksal aus Gottes Hand annehmen. Sie können vertrauen, auch wenn sie Lasten zu tragen haben. Ihr Leben ist auch dann wertvoll, wenn es diesseitig nicht geglückt erscheint. Sie sind auch im Leid in Gottes Liebe geborgen.
Sie können in Frieden mit sich selbst leben.

In Frieden mit den Mitmenschen.
Manche nörgeln gerne über ihre Mitmenschen. Sie leben im Streit, kommen mit ihnen nicht aus, sind mit ihrer Umgebung und mit den Verwandten unzufrieden und beklagen sich ununterbrochen.
Christen hingegen wollen mit den Menschen in Frieden zu leben. Christen gehen von einem Grundwohlwollen gegen alle aus. Sie suchen Unrecht zu vergessen und zu vergeben. Frieden zu schließen und Frieden zu bringen, ist immer ihr Anliegen. Sie entzweien die Menschen nicht, sondern bemühen sich zur Versöhnung beizutragen. Sie sind Friedensstifter.

Den größten inneren Frieden findet der Mensch, wenn er mit Gott in Frieden lebt.
Dies ist eine gute Voraussetzung, auch mit sich selbst und mit den Mitmenschen in Frieden zu leben. Der Friede mit Gott beruht auf der Hinwendung zu ihm, auf dem Vertrauen, das man seiner Liebe entgegenbringt. Eine Voraussetzung des Sünders für diesen Frieden ist die Reue und die Bereitschaft, sich auf den von Gott vorgegebenen Wegen zu mühen. Solche Christen leben in der Verbundenheit mit Gott, feiern ehrfurchtsvoll und treu den Gottesdienst, beten regelmäßig und treten für ihren Glauben ein. Sie sind gelassen, wenn man sie deshalb angreift. Sie helfen ihren Mitmenschen, wie es ihr Herr erwartet. Sie erhoffen nach diesem Leben die Vollendung bei Gott.

Der Segenswunsch des Apostels Paulus gilt auch für die Christen heute: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (merli@utanet.at)

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3. Sonntag im Jahreskreis

22. 1. 2017

Mt 4, 12-23
12Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück.
13Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali.
14Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
15Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa:
16das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.
17Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
18Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer.
19Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
20Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
21Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie,
22und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.
23Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Gedanken zum Evangelium

Im Evangelium hören wir von der Berufung der ersten Schüler (Jünger, Apostel). Es waren junge Männer mit ganz verschiedener Veranlagung, z. B. Petrus, der Praktiker, die Brüder Jakobus und Johannes, die Eiferer. Sie haben später auch verschiedene Aufgaben übernommen und erfüllt. Jeder hat eine Berufung von Gott. Die Berufungen sind verschieden. Christen haben aber immert eine Berufung zum eigenen Leben, zu eigenen Lebensaufgaben und letztlich zum Glauben.

Berufung zum Leben
Es gibt Unzufriedene. Sie haben Mühe mit ihrem Leben. Man sagt, sie machen sich das Leben selber schwer.
Jedes Leben ist kostbar und bedeutet immer Berufung und Beauftragung durch Gott. Jeder kann wissen, auch wenn mich die Menschen nicht achten, vor Gott bin ich wertvoll, er baut auf mich. Er gibt mir mein Leben als eine wichtige Aufgabe, die ich annehmen und erfüllen kann. Wir können dankbar und getrost unser Lebensschicksal aus Gottes liebender Hand annehmen. Es ist eine Gnade zu leben.

Berufung zu besonderen Aufgaben
In Lebenssituationen wird man hineingeboren. Berufe werden besonders heute vielfach nicht mehr für das ganze Leben erlernt. Man kommt fast zufällig zu einem Beruf. Auch die sozialen Verhältnisse sind verschieden. Die Familien haben alle ein eigenes Gesicht.
Ich kann mir berechtigt sagen: Auch für meine konkreten Aufgaben bin ich von Gott in sorgender Liebe beauftragt. Sie sind mein vorgesehener Lebensweg in dieser Welt. Man sollte nicht unzufrieden sein mit seinen täglichen Aufgaben. Diese zu erfüllen, macht einen Teil des Lebenssinnes aus. Der Christ soll mutig und unverdrossen jeden Tag neu beginnen, einerseits dankbar sein, wenn alles mit Freude geschehen kann, andererseits auch dann unverzagt bleiben, wenn Belastungen kommen. Dann gilt es, zuerst einmal den heutigen Tag zu meistern und dann erst wieder den nächsten. Man muss nicht immer schon den ganzen Rucksack, der zu tragen sein wird, ins Auge fassen.
Berufung zum Glauben
Ohne diese Berufung wahrzunehmen, wäre das Leben nur halb gelebt. Christliche Weltanschauung heißt, das Leben zur Ehre Gottes verbringen. Der heilige Ignatius hat den Wahlspruch geprägt, als er die Tiefe seiner eigenen Berufung, ja jeder christlichen Berufung verstanden hatte: „Alles zur größeren Ehre Gottes.“
Die leblose und unvernünftige Schöpfung ehrt den Schöpfer unbewusst durch ihr Sein, ihre Schönheit, durch die großen Gesetze in der Natur. Der Mensch ist berufen, seinen Schöpfer und Herrn ganz bewusst zu ehren und zu verherrlichen. Darin vollendet sich sein Leben, darin besteht der letzte Sinn seines Seins. Wer darauf verzichtet, trägt eine unerfüllte Sehnsucht in sich, lebt nur teilweise sinnvoll und findet auch keinen letzten Frieden.
Christen sollten dies immer bedenken: Gott zu vernachlässigen, bringt kein Glück, keinen Frieden und keine Freude. Wer zur Ehre Gottes als Christ zu leben versucht, geht seine Wege getrost und braucht nicht bis zur Erschöpfung jedem Genuss, den diese Welt bietet, nachjagen. Mit dieser Berufung zum Glauben ist der Auftrag untrennbar verbunden, seine Glaubensüberzeugung als Apostel je nach den besonderen Möglichkeiten an Angehörige, Bekannte und Freunde weiterzugeben.

Wir sind als Christen von Gott berufen zu unserem konkreten Leben, zu unseren Lebensaufgaben und zum christlichen Glauben. Dieser Weg unserer Berufungen führt uns zum letzten Ziel. Somit erhält unser Leben seinen letzten Sinn. Dies bedeutet am Ende Glückseligkeit. (merli@utanet.at)