4. Ostersonntag
7. 5. 2017
Joh 10,1-10
In jener Zeit sprach Jesus:
1Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht
durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein
Räuber.
2Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
3Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine
Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie
hinaus.
4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen
voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie
werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
6Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden
nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
7Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich
bin die Tür zu den Schafen.
8Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die
Schafe haben nicht auf sie gehört.
9Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet
werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu
vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Gedanken zum Evangelium
Es geht um die Beziehung der
Christen zu Jesus und um die Tür zum Leben durch Jesus.
Es ergeben sich einige Fragen.
Jesus, der Hirte
Die Schafe hören auf die Stimme ihres Hirten.
Wie steht es mit den heutigen
Christen? Wie halte ich es? Will ich wirklich hören, was mir Jesus sagt? Wie
groß ist mein Interesse an Jesu Wort und Weisung?
Er ruft sie beim Namen.
Es besteht ein
freundschaftliches, liebendes Verhältnis zwischen Jesus und den Christen. Wir
sind für Jesus nicht irgendjemand, sondern als Personen geachtet und gerufen.
Freude über diese Zuneigung sollte es beim Gerechten und beim Sünder geben.
Sie fassen Vertrauen.
Sie folgen dem Hirten. Sie
wissen, dass er zum Heil führt. Meinen wir nicht manchmal, dass Jesus ein
Fremder ist, den wir meiden oder fliehen müssten? Ist er uns nicht zum Fremden
geworden, weil unser Kontakt zu ihm zu schwach gewesen ist? Müssen wir unsere
Beziehung nicht erneuern? Fehlt nicht das persönliche Gebet? Es gilt, neues
Vertrauen zu fassen.
Jesus, die Tür.
Er ist ausschlaggebend auf unserem Lebensweg.
Kein Mensch sollte ihm vorgezogen
werden. Durch ihn kommen wir sicher zu unserem letzten Ziel. Ein guter Freund ist,
wer uns Jesus näher bringt und seine Gesinnungen lehrt. Ein schlechter Freund
ist, wer die Beziehung zu Jesus stört.
Wer Jesus folgt, wird „Weide finden“.
Durch die Gemeinschaft mit Jesus
erhält der Christ die entscheidende Lebenskraft zur Bewältigung seiner
Probleme. Dort findet er Nahrung für sein inneres Leben. Ohne die Gemeinschaft
mit Jesus verhungert und verdurstet er in seinem Glauben. Die Hoffnung auf
Rettung aus den Nöten schwindet. Sinn und Ziel seiner Existenz werden
vernebelt.
Wer den Weg Jesu geht, erlangt Erfüllung seiner Sehnsucht nach Leben in
Fülle.
Es handelt sich dabei nicht um
das verletzliche, gefährdete, vergängliche Leben, sondern um ein Leben in
Freude und Geborgenheit, in Liebe, Freiheit und beglückender Begeisterung. Es
enthält ungeahnte Erkenntnisse und bedeutet Faszination und Seligkeit.
Die Einladung des heutigen Sonntags lautet: Folgt dankbar dem Ruf eures
Hirten, geht mutig durch die Tür, die Jesus ist. (merli@utanet.at)