Montag, 12. Juni 2017







Herz Jesu-Fest

23. 6. 2017

Mt 11, 25-30
25In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
26Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
27Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
28Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
30Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Gedanken zum Evangelium

Die Herz-Jesu-Verehrung hatte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der katholischen Frömmigkeit noch einen hohen Stellenwert. Man eilte an Herz-Jesu-Freitagen zum Gottesdienst, empfing die Sakramente der Buße und des Altares und verrichtete vorgesehene Gebete. Herz-Jesu-Bilder hingen in den Wohnungen und Statuen luden in jeder Kirche zur Andacht ein, bei der die Herz-Jesu-Litanei ihren Platz hatte. Auch die frommen Herz-Jesu-Lieder wurden häufig gesungen.

Allmählich machten dieser etwas zu süßlich empfundenen Frömmigkeitsübung nüchternere Formen des Betens Platz. Dennoch sollte man, richtig verstanden, der Herz-Jesu-Verehrung einen gebührenden Raum im katholischen Andachtsgut bieten.

Worum geht es bei der Herz-Jesu-Verehrung?

Unter Herz allgemein und hier im Besonderen versteht man das reiche Innenleben, die Gesamtheit der Gesinnungen Jesu. Diese zu betrachten, über diese betend nachzudenken, kann ein guter Weg zur eigenen Orientierung sein.
Wer mit einer Person in Liebe und Ehrfurcht verbunden ist, lernt deren Gesinnungen und Lebenshaltungen. So ist es auch bei dieser Andachtsform. Wer auf Jesus schaut, erkennt seine eignen Schwächen und lernt so zu leben, wie es für den Jünger, die Jüngerin Jesu vorgesehen ist.
Man lernt, dass Liebe Hingabe bedeutet, erkennt die Werte der Wahrhaftigkeit, der Treue zu einem Auftrag, der Fürsorge, der Ehrfurcht vor Gott und allem Heiligen.
Der Christ wird aber nicht nur durch das Beispiel Jesu verwandelt, sondern auch durch die mit der Andacht verbundenen Gebete und den Empfang der Sakramente hineingenommen in den göttlichen Lebensstrom, der durch Jesu Herz fließt. Daher ist eine fortlaufende Herz-Jesu-Verehrung ein Reifungsvorgang von größtem Wert und von höchster Bedeutung im christlichen Leben.

Man kann also auch heute von dieser Andachtsform einen eminenten geistlichen Gewinn erfahren und so den Weg der Nachfolge Christi immer entschiedener gehen. Man ist davor gefeit, sich im religiösen Leben in Nebensächlichkeiten aufzuhalten und Wesentliches aus dem Auge zu verlieren.

Die Herz-Jesu-Verehrung behält ihren großen Wert auch in unsrer Zeit. Sie ist nicht die einzige Form tiefer Frömmigkeit, dennoch aber allen zu empfehlen. (merli@utanet.at)



Geburtsfest Johannes des Täufers

24. Juni

Lk 1, 57-66.80
57Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
59Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
60Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
61Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
63Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
64Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
65Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
66Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.
80Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag,
an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Gedanken zum Fest

Gott sendet Propheten.
Zu allen Zeiten gab es die Sendung, Botschaften Gottes zu verkünden. Daneben gab es viele falsche Propheten, die ihre eigene Weisheit kundtaten.
Echte Propheten führen zum Glauben an Christus, sie verkünden sich nicht selbst, sie führen höher und weiter.
Wir sollten den Ruf Gottes, der uns heute durch Menschen vermittelt wird, beachten. Propheten und ihre Hörer sind gebunden an die Botschaften, die Zukunftshoffnung bedeuten und Heil verheißen.

Johannes heißt „Gott ist gnädig“.
Gottes Zuwendung bedeutet immer Gnade, Huld, Hilfe, Stärkung, Belebung Ermutigung, Heilung. Gläubig vertrauen kann nur der Christ, der diese liebende Zuwendung Gottes kennt und beachtet. Dankbarkeit und Gelassenheit können so das Leben des Glaubenden durchziehen.

„In der Wüste“
Das Leben des Johannes war von Entschiedenheit geprägt. Schon am Anfang seines Auftretens stand die Hingabe an seinen Auftrag. Schließlich starb er auch nach aufrüttelnden Aufrufen zur Bekehrung und nach seinem Bekenntnis zu Jesus in der unerschrockenen Treue zu Gottes Wegweisung als Märtyrer.
Vielleicht sollten wir in der Überflussgesellschaft bedenken, dass Glaube und Hingabe an den Willen Gottes Werte sind, die man nicht im Vorübergehen so nebenbei erwerben kann und die nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden dürfen. Gläubiges Leben ist nicht immer vereinbar mit bequemem Überfluss. Vielleicht sollten wir auch, besonders zu heiligen Zeiten, „in der Wüste“ neue Glaubenskraft, Hoffnung und Liebe tanken.

Die Gestalt des Johannes ist uns Vorbild, seine Worte sind Wegweisung. (merli@utanet.at)


12. Sonntag im Jahreskreis 

 25. 6. 2017

Mt 10, 26-33
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
26Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
27Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
28Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
29Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
30Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
31Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
32Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.
33Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
Gedanken zum Evangelium

„Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“

Es gibt ängstliche Menschen, die sich immer fürchten.
Sie fürchten sich vor der Finsternis, vor einem Gewitter, vor einer Reise, vor Unbekanntem und vor Fremden. Es gibt mutige Menschen, die sich kaum fürchten, die fast immer optimistisch leben, allerdings auch gelegentlich enttäuscht werden.
Es gibt bei nicht wenigen aber ein eigenartiges Phänomen: die Menschenfurcht, besonders dann, wenn es um den Glauben, um das religiöse Leben geht. Es ist nicht zu begreifen, wie sich erwachsene, reife, im Berufsleben bewährte Männer und Frauen fürchten, ihren Glauben vor anderen zu zeigen und zu leben. Da werden sie wie ängstliche Kinder. Besonders bei Männern kann man dies häufig beobachten.

Welche Ursachen hat diese eigenartige Menschenfurcht?
Man kann diese Erscheinung in Europa zurückverfolgen auf die öffentliche Verunglimpfung, die schon im 19. Jahrhundert, dann in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkrieges und schließlich in den letzten Jahrzehnten wieder stärker in glaubensfeindlichen Zeitschriften und Sendungen stattfand.
Glaubensschwache und charakterlich unsichere Menschen lassen sich auch heute allzu leicht beeinflussen. Sie scheuen eine klare Stellungnahme gegen die Meinung anderer; sie schwimmen gerne mit der Masse mit und schließen sich lieber den Lautstarken an, als selbst eine gegensätzliche eigene Meinung zu vertreten. Sie sind religiöse Angsthasen und werden von Menschenfurcht gebeutelt.
Mitverursacht wird eine solche Mentalität durch mangelnden Glauben und ein zu geringes Glaubenswissen, um in einer Diskussion bestehen zu können. Was man verloren hat, wird man auch nicht mehr bekennen oder verteidigen können.

Jeder reife Christ sollte die Worte Jesu hören und befolgen: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“
Christen, besonders Erwachsene und reifere Jugendliche, sind aufgefordert, sich zu ihrem Glauben, letztlich zu Jesus Christus in Wort und Tat zu bekennen.
Dies geschieht durch die treue Mitfeier der Feste des Glaubens, durch den Besuch von Veranstaltungen der Weiterbildung in religiösen Fragen, durch das Glaubenszeugnis bei Diskussionen in der Familie, am Arbeitsplatz, im Gasthaus, beim Heurigen und überall, wo das Thema auf den Tisch kommt. Dazu gehören Überzeugung, Glaubenswissen, Entschiedenheit und Mut. Das macht den reifen und glaubwürdigen Christen aus.

Wer sich zu einer solchen Haltung entschließt, dem gelten die Worte Jesu aus dem heutigen Evangelium: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“
Aber auch die Warnung sollten Christen beachten: „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ (merli@utanet.at)