Montag, 2. April 2018


2. Sonntag der Osterzeit
 (Früher: „Weißer Sonntag“, heute „Sonntag der Barmherzigkeit Gottes“)

8. 4. 2018

Joh 20, 19-31
19Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
24Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
26Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
29Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
30Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan.
31Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Gedanken zum Evangelium

„Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.“
Jesus erscheint seinen Freunden. Staunen, Erleichterung, Freude kommen auf.
Wer sich dort einfindet, wo ihm Jesus begegnen kann, dessen Leben wird erhellt. Friede legt sich auf seine Seele. Geborgenheit und Freude sind Früchte jeder Christusbegegnung. Diese kann stattfinden im Gebet, in der Eucharistie, in den Sakramenten, im Wort Gottes, aber auch in der liebenden Begegnung mit den Mitmenschen, besonders mit den Armen, Kranken und Schwachen.

„Empfangt den Heiligen Geist!“
In der Kirche Jesu gibt es die göttliche Sendung und die besondere Vollmacht. Die Wegweisung der kirchlichen Führung hat unabhängig von deren „Würdigkeit“ Gewicht und geschieht mit göttlicher Autorität. Die heilende Vergebung durch die Kirche ist ein großes Geschenk des durch Jesus wirkenden Gottesgeistes. Beides zu verachten, wäre leichtsinnig und würde in die Friedlosigkeit führen. Wer die Worte Jesu hingegen beachtet, der erfährt auch heute Befreiung von Angst und Schuld und erlebt - besonders im Sakrament der Buße - inneren Frieden und dankbare Freude.

„Wenn ich nicht … glaube ich nicht.“
Wir sind dieser Thomas. Auch wir möchten sehen, erfahren, um zu glauben. Es gibt in vielen Bereichen nur das Zeugnis glaubwürdiger Menschen. Wir können auch viele Fakten der Geschichte oder die Geheimnisse der modernen Welt nur glauben. Wir sind nicht für alle Gebiete des Lebens Fachleute. Dies gilt auch in den Fragen des religiösen Glaubens. Wir kennen glaubwürdige Zeugen von Anfang an. Viele dieser Zeugen gingen in den Tod, wurden Blutzeugen, weil sie die Botschaft von der Liebe Gottes, die mit Jesus rettend gekommen ist, verkündet haben. Glauben bedeutet zuerst die Entscheidung zu treffen, dem glaubwürdigen Zeugnis der Kirche von Anfang an zu vertrauen und zu folgen.

„…sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“
Milde mahnt Jesus den zweifelnden Thomas und fordert ihn auf, gläubig zu vertrauen. „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“, spricht Jesus mit Verständnis für unsere Zweifel auch zu uns. Auch wir sollen uns entscheiden für ein gläubiges Vertrauen, das einen einmalig hoffnungsvollen Weg für unser ganzes Leben eröffnet, dessen Ziel die Vollendung bei Gott ist.

„…damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“
Wir hängen an einem Leben, das stets verletzlich und bedroht ist und schließlich zugrunde geht. Beim Leben „in seinem Namen“ handelt es sich um ein von Gottes Lebenskraft durchdrungenes, wahres, vollendetes Leben. Es geht um die körperliche, geistige und seelische Lebensfülle. Es geht um Sinn, Befreiung, Unsterblichkeit, Vollendung und Glückseligkeit. Durch Jesu Verheißung strahlt über unseren Tagen und Jahren, die häufig durch Kreuzesfinsternisse belastet sind, der hell leuchtende Morgenstern unzerstörbarer Hoffnung.
Frohe Zuversicht ist das Markenzeichen derer, die Ostern gefeiert haben, ihr Leben gläubig auf Jesus Christus bauen wollen und ehrlich bemüht sind, in Gemeinschaft mit ihm zu leben. (merli@utanet.at)
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 3. Sonntag der Osterzeit
 15. 4. 2018
 
Lk 24, 35-48
35Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
36Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
37Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
38Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
39Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
40Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
41Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
43er nahm es und aß es vor ihren Augen.
44Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
45Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.
46Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
47und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
48Ihr seid Zeugen dafür.

Gedanken zum Evangelium

In den Evangelien finden wir verschiedene Berichte über Begegnungen der Jünger mit dem auferstandenen Jesus. Sie zeigen, dass diese zuerst von Zweifeln, Fragen und Zukunftsängsten begleitet waren. Erst allmählich gewannen Überzeugung und Glaube die Oberhand. Dann aber hat die Freude über das Unerhörte und Unvorstellbare ihr ganzes Wesen ergriffen und ihr zukünftiges Leben nachhaltig geprägt.
Angst, Unsicherheit, Zweifel begleiten auch das Leben des christlich Glaubenden. Was macht uns nicht alles besorgt: das Wohlergehen in den Beziehungen, die eigene Gesundheit und die der Angehörigen, die berufliche Entwicklung, die schulische Situation der Kinder und viele andere Probleme im täglichen Leben. Aber auch die großen Ereignisse in der Welt bewirken Unbehagen und Angst: Kriege, Terror, Epidemien, wirtschaftliche Globalisierung, Umweltzerstörung, Klimaänderung, Überfremdung usw. - Ängste über Ängste überall.

Christen könnten aber ihre Sorgen und Ängste bezähmen und auch dann gelassen und zuversichtlich bleiben, wenn ihr Leben von Unheil bedroht ist. Nach der Auferstehung hörten die Jünger Jesu immer wieder die Worte: „Fürchtet euch nicht!“ Dies berechtigt die Christen zu allen Zeiten, „ihre Sorgen auf den Herrn zu werfen“, wie es die Schrift lehrt. Sie können immer auf Rettung durch den hoffen, der den Tod auch für sie besiegt hat und ihr Leben liebend begleitet.

Es gilt, die Voraussetzungen für diesen inneren Frieden zu schaffen, um die Ängste überwinden zu können. Jesu Auftrag lautet auch heute: „Sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.“
Mit Umkehren ist eine grundsätzliche Neuorientierung auf Gott hin zu verstehen. Das kann bedeuten: Hinwendung oder auch Rückkehr zu Gott, Neuausrichtung des Lebens nach Jesu Wegweisung, Beurteilung der Ereignisse des täglichen Lebens von Gott her, Abkehr von falschen, oberflächlichen Wegen und Lebensweisen.
Der Neuanfang kann in vielen Bereichen vor sich gehen: Freude statt Verdrossenheit, Güte statt Verurteilung, Mitgefühl statt Egoismus, Verantwortung statt Gleichgültigkeit, Wahrhaftigkeit statt Ausreden oder echte Frömmigkeit statt christliches Leben nur so nebenbei.
Jeder Christ ist aufgerufen, seinem Leben immer wieder eine neue und klare Richtung zu geben, die Jesus vorgibt. Er kann und soll seine alten Seelenlasten getrost begraben.

„Ihr seid Zeugen.“
Ein solches Leben, das auf Gott hin orientiert ist, sollen Christen vor den Menschen froh bezeugen. Christliche Zeugen werden auch verstärkt über ihren Glauben reden müssen, wenn sie ihrem Auftrag entsprechen wollen. Sie stehen immer in der Auslage und sind als Wegweiser und Apostel für ihre Mitchristen bestellt. Ruhe, Gelassenheit, Vertrauen, wohlwollende Liebe, Bekehrungsbereitschaft und Dankbarkeit sind Kennzeichen des österlichen Menschen, der in den religiösen Feiern dem auferstandenen Jesus begegnet ist und wöchentlich neu begegnet. Christlichen Blutzeugen in aller Welt, über die täglich aktuell berichtet wird, zeigen uns, dass unser Glaube auch heute Treue, Entschlossenheit und mutige Entscheidungen verlangen kann.

Jesu Wort ist für uns alle Auftrag und Ermutigung und bringt Frieden. (merli@utanet.at)