Montag, 21. Januar 2019




Darstellung des Herrn

2. Februar
Lk 2, 22-40
22Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,
23gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
24Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
26Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
27Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
28nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
29Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
30Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
31das du vor allen Völkern bereitet hast,
32ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
33Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
34Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
35Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
36Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
37nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
38In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
39Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
40Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

Gedanken zum Evangelium

Mit diesem Bericht wird Jesus als der gottgesandte Messias in den Blick gerückt. Seine Annahme oder Ablehnung entscheidet über Heil oder Unheil jedes Menschen. Betrachten wir den Bericht im Einzelnen:

Die Heilige Familie wird als gesetzestreu dargestellt, die religiöse Vorschriften und Überlieferungen achtet.
Sie ist somit Beispiel und Wegweisung für christliche Familien. Es ist auch heute notwendig, den Kindern die Treue zu den kirchlichen Vorschriften und Bräuchen weiterzugeben. Dies geschieht durch das Beispiel selbstverständlichen gläubigen Lebens, aber auch im religiösen Gespräch in der Familie von klein auf. Das Familiengebet und die Mitfeier der Heiligen Messe sind dabei von größter Wichtigkeit.

Der greise Simeon trägt eine alte Sehnsucht nach dem Messias Gottes in sich.
Er erwartet ihn im Tempel wie auch die Witwe Hanna. Im Haus Gottes finden sie die Erleuchtung und die Erfüllung ihrer Sehnsucht nach dem Gesandten Gottes.
In den Christen sind häufig diese Sehnsüchte nach Erleuchtung, die Hoffnung auf Gott, die Erwartung des Heils bei ihm oder im Gebet nicht mehr zu finden, auch nicht die Erwartung, Antworten auf die Fragen nach dem Ewigen zu erhalten.
Zu viele Geschäfte, intensive berufliche Einsätze, reiche Angebote an Unterhaltung und Zerstreuung lenken von wesentlichen Gedanken und Fragen ab. Tiefer greifendes, gläubiges Denken schwindet aus dem Bewusstsein. Die Seele wird leer, der Blick ist nur mehr auf dieses Leben gerichtet, man lebt eindimensional ohne die Perspektive der Beziehung zu Gott.
Dem können und sollen wir entgegenwirken, indem wir die Bedeutung unserer religiösen Feste bedenken, die Quantität und die Qualität unseres Gebetslebens heben, Zeit für Glaubensfragen reservieren, die Bibel aus dem Kasten holen und einfach mit der Glaubensgemeinschaft regelmäßig mitleben, uns also dort befinden, wo Begegnungen mit Jesus Christus vorgesehen und möglich sind.

„Ein Licht, das die Heiden erleuchtet...“
Den Verirrungen, der Orientierungslosigkeit und der Oberflächlichkeit unserer Tage können wir nur entrinnen, wenn Jesus das Licht unseres Lebensweges ist. An ihm kann man ersehen, welche Werte wichtig und welche nebensächlich sind. Sein Leben und sein Wort zeigen uns, wie man richtig lebt, welche Gesinnungen für unser Zusammenleben und auch für das eigene Glück tragfähig sind, wo die Gefahren für seelische Verkümmerung liegen und wo der Mensch seine letzte Vollendung finden kann.

„Dadurch sollen die Gedanken der Menschen offenbar werden.“
Er wird jene aufrichten, die an ihn glauben, seine Wege nachgehen, sich auf ihn einlassen und ihr Leben ändern wollen. Er bringt denen Hoffnung, die sein Wort von der Notwendigkeit der Bekehrung und Erneuerung beachten. Die ihn aber schuldhaft und bewusst ablehnen, können in ihm ihr Heil nicht finden, sehen keine Hoffnung und verlieren den letzten und entscheidenden Lebenssinn spätestens bei ihrem Sterben.

Die Teilnahme an der „Lichtmessfeier“ und das Bedenken der Texte können uns an diesem kleinen Festtag zum Licht werden, das unsere Seele mit Trost und Freude erfüllt, weil wir den richtigen Weg erkennen und erfahren, dass wir mit Jesus, dem Messias, und mit Maria, unserer Fürsprecherin, unterwegs sind. (merli@utanet.at)


4. Sonntag im Jahreskreis

3. 2. 2019 
Lk 4, 21-30
In jener Zeit
21begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
22Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
23Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
24Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
25Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
26Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
27Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
28Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
29Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
30Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.
Gedanken zum Evangelium

Heute hören wir die Fortsetzung des Evangeliums vom letzten Sonntag. Jesus liest aus der Bibelrolle und spricht dazu. Dass ein Gast in der Synagoge beim Gottesdienst eingeladen wurde, Worte aus der Heiligen Schrift zu lesen und dazu zu sprechen, war gängige Praxis. Es wäre interessant, einfachen Gläubigen in unseren christlichen Gottesdiensten diese Aufgabe zu übertragen.

Jesu Verkündigung stützt sich auf das Wort Gottes in der Heiligen Schrift.
Jesus steht in der jüdischen Tradition, wenn er das anbrechende Reich Gottes verkündet. Sein Auftrag und seine Vollmacht sind durch das Wort Gottes legitimiert und stammen von Gott selbst.
Auch unser Glaube nährt sich aus der Bibel. Diese zu lesen, zu studieren und zur Lebensgrundlage zu machen, ist nicht nur Aufgabe der Prediger, sondern aller Christen, die in der Nachfolge Jesu stehen wollen. Das gemeinsame Lesen und Hinhören auf die Worte der Heiligen Schrift festigen den eigenen Glauben und auch den der anderen. Nichts führt die Menschen mehr zu Jesus und zueinander als die gemeinsame Beschäftigung mit der Heiligen Schrift. Nicht wenige finden durch das tägliche Lesen in der Bibel Wegweisung, Freude und Trost.

Jesus ist der Heilbringer für alle Menschen.
Besonders bringt er das Heil den Kranken und gesellschaftlich Benachteiligten, den Armen und allen Hilfsbedürftigen, die bei den Menschen kein Ansehen genießen und vielfach vom Betteln leben müssen.
Auch uns Christen heute ist aufgetragen, den Verlassensten zur Seite zu stehen. Wir sind zur Hilfe an unseren Mitmenschen aufgerufen und verpflichtet. Eine enge Sicht der eigenen Religionsgemeinschaft, die nur auf die Glaubensbrüder und -schwestern achtet, entspricht nicht der Gesinnung Jesu und passt nicht zu seinen Jüngern. Die Herrschaft Gottes verträgt sich nicht mit Ausgrenzung, Unterdrückung, Verachtung oder Vernachlässigung der Mitmenschen. Wer betet: „Dein Reich komme“, sollte dies bedenken.

Sie lehnen schließlich Jesus ab und vertreiben ihn.
Sie glauben, Jesus zu kennen. Sie haben sich ihre Vorstellung von ihm gemacht. Sie wollen über ihn verfügen. Jetzt entspricht er aber ihrer feststehenden Meinung und Erwartung nicht. Sie vertreiben ihn und bleiben in der Finsternis des Unglaubens. Sie erleben keine befreiende religiöse Weiterentwicklung.
Auch in der Kirchengeschichte bewegte man sich gelegentlich auf ähnlichen Wegen. Allzu oft hielt man stur an Althergebrachtem fest, verteidigte Normen und Gepflogenheiten auch mit Gewalt, hörte nicht hinreichend auf das Wort Gottes und verweigerte eine religiöse Erneuerung.
Auch im Leben des einzelnen Christen kennen wir solche Phänomene. Änderungen, neue Wege des Betens und Feierns, ungewohnte Versuche der Pastoral werden von ängstlichen selbsternannten Glaubenshütern verdächtigt oder auch verhindert. Dies geschieht nicht nur durch Fundamentalisten im Judentum oder im Islam, dies kann auch uns Christen betreffen. Neben der Hochachtung vor guten Traditionen gilt es auch Neues zu wagen, um das Reich Gottes in uns und in der Welt zu bauen.

Die Verantwortlichen in einer Pfarrgemeinde sollten überlegen, ob nicht Rechthaberei, Ausgrenzungen, Verdächtigungen und Besserwisserei den Aufbau des Gottesreiches behindern. Vielleicht brauchen wir mehr Mut zu Ungewohntem, mehr Geduld mit den Andersdenkenden und in allem mehr Liebe untereinander. (merli@utanet.at)
len. Er bringt denen Hoffnung, die sein Wort von der Notwendigkeit der Bekehrung und Erneuerung beachten. Die ihn aber schuldhaft und bewusst ablehnen, können in ihm ihr Heil nicht finden, sehen keine Hoffnung und verlieren den letzten und entscheidenden Lebenssinn spätestens bei ihrem Sterben.


Die Teilnahme an der „Lichtmessfeier“ und das Bedenken der Texte können uns an diesem kleinen Festtag zum Licht werden, das unsere Seele mit Trost und Freude erfüllt, weil wir den richtigen Weg erkennen und erfahren, dass wir mit Jesus, dem Messias, und mit Maria, unserer Fürsprecherin, unterwegs sind. (merli@utanet.at)